Zukunft für das größte Niedermoor Süddeutschlands.
Das Altbayerische Donaumoos liegt im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, Planungsregion 10 (Ingolstadt), Regierungsbezirk Oberbayern, Freistaat Bayern.
Im Herzen Bayerns, eingerahmt vom Städtedreieck München – Nürnberg – Augsburg ist es das größte Niedermoor Süddeutschlands.
Das LAG-Gebiet erstreckt sich auf einer Fläche von 384 km² und ist naturräumlich unmittelbar mit dem Donaumoos verflochten. Der Kern, das Donaumoos bildet auf 180 km² einen eigenen Naturraum, welcher sich markant vom umliegenden Hügelland abgrenzt.
Ein ausgedehntes Gewässernetz mit 473 km Länge ist prägend für die Landschaft.
Mitglieder:
12 der insgesamt 18 Kommunen des
Landkreises Neuburg-Schrobenhausen haben sich zur Lokalen Aktionsgruppe Altbayerisches Donaumoos zusammen gefunden. Mitglieder sind 2 Städte und 10 Gemeinden:
Berg im Gau, Brunnen, Ehekirchen, Karlshuld, Karlskron, Königsmoos, Langenmosen, Neuburg a.d. Donau, Oberhausen, Rohrenfels, Schrobenhausen und Weichering.
Charakteristik:
Während alle Gemeinden mit dem gesamten Gebietsstand berücksichtigt sind, wurden von den beiden Städten Neuburg a.d. Donau und Schrobenhausen lediglich die Ortsteile mit aufgenommen, die entsprechend der naturräumlichen Gliederung unmittelbar kohärent sind.
Damit leben im LAG-Gebiet Altbayerisches Donaumoos 33.809 Einwohner.
Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 88 Einwohner pro Quadratkilometer.
Besiedlungsgeschichte
Die Besiedelungsgeschichte im Donaumoos lässt sich in einem einzigen Satz sehr treffend charakterisieren:
Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot.
In einem außerordentlichen Kraftakt wurde das Donaumoos von 1791 –1793 kultiviert und besiedelt. Die ersten Kolonisten kamen aus den unterschiedlichsten Regionen, meist aufgrund von Armut und Kriegen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Das größte Kontingent stellte die ehemals bayerische Pfalz; von daher erklärt sich der hohe Bevölkerungsanteil (ca. 50 %) mit evangelisch-lutherischer Konfession.
Schutzwürdigkeit
Das Donaumoos beherbergt die größte Torflager Süddeutschlands. Mit Moormächtigkeiten bis zu 7 m ist es auch heute noch eine bedeutende Stoffsenke. Physikalische Prozesse führen zu einer permanenten Moorzersetzung von 1 – 2 cm pro Jahr. Seit der Kultivierung vor 200 Jahren sind mehr als 3 m Torf und eine Moorfläche von etwa 6.000 ha verloren gegangen.
Naturnahe Lebensräume mit einer typischen Fauna und Flora sind nur noch in Relikten erhalten.
Dennoch finden viele seltene Vogelarten, vor allem Wiesenbrüter (Großer Brachvogel, Wachtelkönig, Kiebitz, Wiesenpieper u.a) suboptimale Lebensräume vor. Weitere charakteristische Arten sind Bachmuschel und Vogel-Azurjungfer.
In Basisarbeitskreisen auf kommunaler Ebene und später in 4 Themen-Arbeitskreisen waren bisher 208 Bürgerinnen und Bürger engagiert.
Gründung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG):
Die aktive Phase der LAG beginnt mit den Grundsatzbeschlüssen der 12 Kommunen im Oktober 2002 und der Einrichtung von
Arbeitskreisen. Im weiteren Verlauf hat das LEADER+-Forum am 30.01.2003 beschlossen, einen gemeinnützigen Verein mit dem Namen „Altbayerisches Donaumoos e.V.“ zu gründen. Alle 12 Kommunen haben ihre Mitgliedschaft per Beschluss bereits dokumentiert.
Organe des Vereins:
Der Verein besteht aus den Organen Mitgliederversammlung, Vorstand, Fachbeirat und Lenkungsausschuss.
Innovations- und Handlungsbedarf:
Das Ergebnis der mehrstufigen Stärken-Schwächen-Analyse lässt sich im integrierten Innovations- und Handlungskatalog zusammenfassen:
_Entwicklung eines sanften Tourismus
_Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
_Schutz des Niedermoorlebensraumes
_Stärkung der Familien, der Jugend und der Rolle der Frauen
_Verbesserung der Lebensqualität
_Wiederbelebung traditioneller sozialer Strukturen, Nachbarschaftshilfe
_Erhaltung der ländlichen Kultur
_Entwicklung von Perspektiven für die Landwirtschaft
_Verbesserung der Zusammenarbeit
_Bessere Darstellung nach außen (Imageverbesserung)
_Förderung des regenerativen Energieeinsatzes
_Schaffung neuer Arbeitsplätze durch Innovation
_Ausbau des Dienstleistungssektors
_Nutzung der neuen Technologien
Wir, die Bürgerinnen und Bürger des Altbayerischen Donaumoos, wollen unsere Heimat den sich wandelnden Umfeldbedingungen anpassen und Perspektiven für die Zukunft schaffen. Da das Erreichen unserer ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielsetzungen in diesem Naturraum auf den Fortbestand unserer natürlichen Lebensgrundlagen fußt, ist für unser ganzes Handeln der Grundsatz der Nachhaltigkeit maßgebend. Kirchturmdenken liegt uns fern. Wir wollen die Zusammenarbeit in der Region verstärken hin zu einem noch kooperativeren Miteinander. Dies gilt auch für partnerschaftliche Beziehungen nationaler und internationaler Art.
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